Die auditive Menschlichkeit

Subjam aus Hannover haben ihr aktuelles Album auf dem Label „Art of Groove“ veröffentlicht und sind damit zu den kreativen Hotspots ihres eigenen urbanen Umfelds zurückgekehrt. Neben renommierten Künstlern wie Pee Wee Ellis, Weather Report und Snarky Puppy finden sich hier neuerdings Shootingstars der eigenen lokalen Musikszene wie z.B. „Nico Finkes Bad Surprise“ und eben auch „Subjam“.

Beim Durchhören der Tonträger werden die Gemeinsamkeiten schnell klar: der Zündfunke des Jazz – nämlich die spontane Kraft des improvisierenden Kollektivs – die musikalische Kommunikation zwischen virtuosen Instrumentalisten, die Erweiterung durch schöpferische Elemente anderer Genres wie Funk, Avantgarde und Rock zur Etablierung einer neuen musikalischen Basis. Wie es ein berühmter Jazzmusiker einmal ausdrückte: Diese Musik ist der dritte Stein im runden Fundament.

Hierbei handelt es sich explizit nicht um menschliche Robotermusik, etabliertes Einerlei, eine sich anbiedernde musikalische Fragwürdigkeit. Vieles im Jazz ist in den Mainstream abgewandert, um dort ein sicheres, aber begrenztes musikalisches Leben zu führen. Selbst in den Chefetagen großer Konzerne oder in den Inszenierungen der medialen Massenindustrie findet man den jazzig-musikalischen Vortrag. Authentizität, Soul und Feeling sind dabei größtenteils auf der Strecke geblieben.

Es gibt natürlich noch mehr. Viele Bands wählen wie Subjam den Weg durch lokale Musikszenen, in privat organisierten Clubs, in Galerien oder Straßenfesten zeigt man sein Können und nimmt Kontakt in Augenhöhe zu den Menschen auf. Jazz ist eine Sprache, die in vielen Dialekten gesprochen wird. Er ist der musikalische Ausdruck des urbanen Lebensgefühls.

Subjam sorgen mit ihrem kreativen Spielwitz, der seine Wurzeln zweifellos in der Jazzrock-Ära der Siebziger Jahre hat, für puren musikalischen Genuss, der beim Zuhörer direkte Freude erzeugt. Das Vokabular ist vielfältig, die Töne werden in Bewegung gebracht, wie es schon lange nicht mehr zu hören war.

Die Bühne der auditiven Menschlichkeit

Subjam spielen in der klassischen Freefunk Besetzung, dem elektrifizierten Quartett,und auch ihr musikalisches Konzept ist dieser Musikrichtung nicht ganz unähnlich. Die durch die Freiheit im Zusammenspiel entstehende positiv offene Kommunikation der Instrumente lässt sich live überhaupt erst richtig entwickeln. Intiutive Musik brauch eine lebendige Umgebung. Rhythmus- und Melodieinstrumente übernehmen nicht mehr einfach ihre althergebrachten, konventionellen Rollen, sondern wechseln sich ab. So kommt es vor, dass alle Rhythmus oder aber alle Melodie spielen. Der Hang zum Regelbruch und das Schöne der Freiheit glitzern auf der Bühne der auditiven Menschlichkeit, die immer wieder aufs Neue losbricht. Musik ist hörbare Identität und gemeinsame Produktion. Die konzeptionelle Verankerung in der kollektiven Improvisation der Jazzfunkära ist die Grundlage einer musikalischen Kraftfreisetzung, die Subjam zu einmaliger Musik verwebt. …. ….

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